Vulgäres Verhalten und Sympathie

Es vergehen kaum Tage an denen Wir Singles oder auch jene die in einer Beziehung sind und ein anderes Intimes Verhältnis suchen – in den beliebtesten Dating Apps herum scrollen und die Nachrichten, die persönlich an einen gerichtet sind, durchlesen und sich heimlich denken – JA mit Dir würde ich jetzt auch gern vögeln.

Auch ich als Kolumnist, der sich intensiv mit dem Thema Liebe, Internet und SEX beschäftigt, komme nicht umher und lese mir täglich meine Nachrichten durch. In der heutigen Zeit stelle ich immer mehr fest, dass es völlig egal ist, zu welcher Uhrzeit du dich am tag einlogst und dich jemand nach deiner Nummer fragt. Das Dating Spiel läuft Tag und Nacht im 24h Rhythmus. Auch spielt es keine Rolle mehr, wann und wo wir Nacktbilder, von einem erregten Pimmel oder dem Hinterteil des anderen erhalten. Dies passiert halt einfach so.
Sogar Frauen sind im Zeitalter Cypersex offener geworden und versenden Titten & Co. bereits vor Sonnenaufgang und dem ersten Kaffee, fragen nach einem reinen SEXDATE am Vormittag oder am Nachmittag, was ich auch aus Nachrichten und Screenshots von meinen Kumpels mitbekomme.
Im Umgang mit dem Leichtsinn aber, dass solche Bilder in die falsche Hände geraten könnten, machen sich nur die wenigsten Gedanken darüber.

Angesichts der Erotisch – sexuellen Unterhaltungen und Nacktbilder im Netz, die schon sehr unterhaltsam und prickelnd sein können, sind manchmal Fragen dabei, wo manch einer wirklich sprachlos sein kann und mir selber in Gedanken zahlreiche Screenshots solcher Unterhaltungen einfallen, wie z. B.:
„Willst du nur SEX oder suchst du mehr?“
„Bist du Top oder Bottom“
„Wie groß ist Deiner“
„Darf ich dir in dein Maul oder deine F….. spritzen“
„Wirst du gerne geleckt“
„In welcher Stellung kommst Du am besten“
„FF?“
„Stehst du auf Outdoor“
Und neuerdings höre bzw. lese ich oft das Wort DEEP THROAT und die Anfrage danach und stelle fest, dass der Orale SEX in modernen Zeitalter beliebter ist, als der eigentliche Akt. Welcome Back 80er….

Doch nicht jeder, der auf der suche nach Seinem oder Seiner richtigen gegenüber ist und sein Herz gerne verschenken möchte, versteht nicht immer jede virtuelle Nachricht im Chat am Anfang gleich und ist auch oft entsetzt über manch vulgäres Wort.
Auch ich tat mich Anfangs (O.K. ich war Anfang 20 und das liegt ca. …… Jahre her….) schwer und fand im laufe der Zeit heraus, wie ich manch eine Botschaft bzw. Chatnachricht zu deuten habe.
Von 100 % der Nachrichten sind reine 70 % Anfragen für Nacktbilder, Sexdates oder Right NOW und dienen der Selbstbefriedigung zuhause am PC oder Laptop.
15 % sind ein Gemisch aus Unterhaltung, Flirt und Sexanfrage und unklaren Zielen.
10 % sind Nachrichten sind von Menschen, mit denen Wir dauerhaft schreiben, einem aber „Gott und die Welt“ erzählen, es aber nie zu einem Treffen kommen lassen, da Sie selber Schiss haben, enttäuscht zu werden und es bei monatelange Unterhaltungen, die einen irgendwann so langweilen und auf der Abschussliste stehen.
Und zu guter Letzt sind die letzten schlappen 5% jene Unterhaltungen, wo die Wahrscheinlichkeit besteht, diesen Menschen kennen zu lernen und es ernsthaft Liebe werden könnte.

Da frage ich mich – ist es doch nicht sinnvoller, sich in einer Bar zu unterhalten um gelegentlich heiße Küsse auszutauschen und ein kleines Techtelmechtel auf der Gästetoilette zu genießen ehe der Einzelne einsam zu Hause den Abend am Laptop verbringt?

So nehme ich, nach hunderten von Sexchat Verläufen, die Sympathie des Mannes aus den letzten 5% – mit dem ich nebenbei Chatte, während ich diese Kolumne schreibe, ziehe mir gleich meine Lieblingsjeans und Hemd an, lege meinen Favorit Duft auf und bereite mich auf ein spannendes Date mit Ihm vor und bin mir sicher, an diesem Abend nicht alleine nach Hause zu gehen.

Bis bald
Euer Kolumnist Tom